"In Sanyogita erhält alles seinen eigenen Raum: die Farben, die Stimmen, die Geräusche, die Musik, die Schauspieler und die Kamera - all das, was das kinematografische Bild auf der Leinwand ausmacht. Jedes Element wird hier zu einer eigenen Eintität und fügt sich zugleich zu einem großen Ganzen zusammen. Das Visuelle und das Akustische existieren gleichberechtigt nebeneinander, verdoppeln, verzweigen, wiederholen und widersprechen sich."
(Sarah-Mai Dang, Film Dienst, 21/2005)

In Zeitlupe zündet ein Mann den beedi einer Frau an. Sie nimmt einen Zug und denkt nach: “Mein Vorname ist Sanyogita. Er hätte Mira, Sweety, Laxmi... sein können. Mein Nachname hat sich gerade erst geändert, als ich geheiratet habe.... Ein seltsames Gefühl.” Während Sanyogita spricht, schwenkt die Kamera über die Landschaft von Jaiselmer. Wir hören Geräusche - Bahnhofsgeräusche, das Geschwätz eines Touristenführers und die Rufe eines Teeverkäufers. Es sind die Geräusche Indiens.
Unmitelbar danach ist der Zuschauer Zeuge einer Verfolgungsjagd, die an Bollywoodfilme erinnert, zugleich jedoch überzeichnet daher-

kommt und so bereits eine Reflexivität beinhaltet.
Die Szenen sind der Beginn eines Films, der indische Lebensrealität darstellt und zugleich als Fiktion und Imagination begründet. Mit einzigartigen Stilbrüchen in Bild und Ton erzählt der Film die Geschichte einer jung verheirateten Frau, die vor der Aufgabe steht, ihr altes geschütztes Leben loszulassen und in der harschen Welt ihrer Schwiegerfamilie heimisch zu werden.
(Sanyogita - The Bride in Red)

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